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14.Tag Sonntag 4.Juli

Interview mit Babette von Sass

zusammen mit Renate Marsch Potocka

Adresse von der Ropp bekommen

Sass sagt: deutsche und lettische war keine gemeinsame Kultur, deshalb wollte Sass auch was machen. 1992 wurde domus rigensis gegründet Peters Blums restaurierte das Mentzendorff Haus. Der sagte dann dass man ein Kulturzentrum gründen solle und Sparitis, Ojars wurde hinzu gezogen mit der Carl Schirren Gesellschaft und dem Deutsch Baltischen Kulturwerk, deren Vorsitzende sie ist.Sie wirkt angegriffen.

Der Bischof habe vor 92 schon in deutscher Sprache konfirmiert, z.B deutsches Reisebüro gab es in München. B.v. Sass organisierte Reisen man durfte nach Riga nur auf Antrag und es wurde radikal alles abgeschnitten von der Regierung Platte Gedenktafel?Warum nicht NS Gedenken ist meine Frage.

Sie weist auf die heutige Beflaggung hin, die dem jährlichen Gedenken an den holocaust gewidmet sei , seit einem Jahr erst kämen die Letten auf domus rigensis zu , die sollten die Geschichte ins rechte Licht rücken.

Welche anderen Touristen kommen, habe ich keine Antwort notiertVölkerkommers mit 550 Letten und Esten Teilnehmern, obwohl nur 150 angemeldet waren , in Göttingen dies Jahr 1999.Der deutsche Botschafter heißt Kruschke, oder ist der der Vertreter?Vorträge und Reisekosten für die Vortragenden. Direktor des Hotel de Rome Herr Jahn ist auch für domus rigensis und gibt die Räume in convents seta billiger.

Über die Rußlanddeutschen, die sprächen kein lettisch, hätten zum Beipiel auch keine Volkstänze, die wollen eben nur so schnell wie möglich nach Deutschland.

Herr Sparitis wollte die Kooperation, "weil er Geld witterte".Lambsdorff hätte auch zugeredet, zu kooperieren, das wollten sie aber auf keinen Fall. Sie sagt noch. dass sie auf diese Weise eben regierungsunabhängier bleiben und sich mehr selbst finanzieren müßten. Der Sparitis sei nicht präsentabel in Deutschland, da seine Grammatik nicht perfekt sei. Einmal haben sie ihn wohl vortragen lassen. Sie moniert, daß er sich nicht mal in ein deutsches Grammatikbuch vertiefe.

Wasser in Jurmala und Liebau sei jetzt gut.

Ob es ein Tourismus Ministerium gebe, frage ich.

Sie antwortete nicht, wie ich erwartete, daß es vielleicht eine andere Art Koordination gibt. Nein, sie sagt, daß die Letten so phlegmatisch seien, und das es deshalb kein Ministerium gäbe.

Sohn von Professor Loeber arbeite in de EU Kommission.

Ihre These zur Geburtenrate ist, daß die Esten ihren Widerstand durch eine hohe Geburtenrate Ausdruck gaben, die Letten durch eine niedrige. Mentzendorff Museum ist eine Dependance des DommuseumsBischoff Albert Statue soll von den Deutschbalten zur 800 Jahrfeier neu gestiftet werden. Irgendetwas war mit 50.000 Mark, die von einem Künstler irgendwie teilweise schon eingesteckt waren. Dann verschwand der Künstler wohl und dann hatte wohl Sparitis vorgeschlagen, einfach etwas anderes zu schenken. Naja, das war ein Problem.

Drei Vorstandsmitglieder seien im letzten halben Jahr gestorben bei domus rigensis

In der St. Josephs Kathedrale gab es eine Plakette von der Ropp.Herr von der Ropp tauchte nämlich auf und Frau von Sass war gar nicht in der Lage, Kaffee zu machen, weil irgendjemand den Zugang zur Teeküche und damit zur Kaffeemaschine abgeschlossen hatte. So machte Herr von der Ropp uns mit einem Heißwasserbereiter Kaffee und nahm es gelassen und von der scherzhaften SeiteNura Rutka kommentierte diese Art ein paar Tage später. Wenn Frau von Sass erscheint und ihre Tagung organisiert, dann müssen wir aber springen. Und das alle Deutschbalten sich über ihren, "Nuras Kaffee" mokieren, denn sie "wollten ja den Kaffee nicht kauen sondern trinken". Ich sagte ihr meine Meinung dazu , daß meine Mutter, die auch aus dem Osten stammt den Kaffee gern als Aufguß trinkt. und das ich es als arrogant empfinde, das Benehmen der Deutschen gegenüber den Letten

Das fiel mir auch noch später auf. Die Frau in Tukkums war devot am Anfang, fast auf die polnische falsche Art. Die Deutschbalten scheint sowas gar nicht zu stören. Die genießen die Herrenposition,in der sie durch ihren materiellen Reichtum sind, in vollen Zügen. Mir ist sowas peinlich.

Von Sass erwähnt noch als lobenswerte Initiative Borrussia Allenstein/Olsztyn, den Herrn, den ich ja vielleicht auch besucht haben sollte.

Die baltische Bibliothek von Otto Bong sei in der Wagner jela im Wagner Haus. Dorthin ging ich an einem der nächsten Tage und geriet da Herr Bong Urlaub machte, in eine Abteilung der Staatsbibliothek. Alles in russisch katalogisiert.

Frau von Sass taute zusehend auf. Das ist auch einer meiner Vorteile dieser Reise, in Deutschland würde man an diese Leute gar nicht ran kommen.

Renate Marsch Potocka berichtet von Kosewo dort gäbe es jetzt schon sieben Touristenwohnungen, mehrere Bars. In Ketczyn gab's wohl tatsächlich politsche Turbulenzen. Von der Ropp zieht Ende des Jahres nach Berlin. Hab ihm gleich gesagt ,daß ich das Buch seines Verwandten gelesen hätte. Er beauftragt Renate ein Bialistok noch nach einem Grabmal zu suchen. Peter Kleins Freundin Katrin recherchiert ihm ihn Riga.

Nollendorffs ist wichtig. Auch im Goethe Institut ist er im Vorstand Tatjana und Ilya: sie eloquent er kleiner als sie. Zwei russische Großväter. Er ganz russisch. Der Krieg im Kosowo erklärt sich für die beiden so. Die Juden wollen die Christenheit vernichten. (Der jüdische US Imperialismus gegen die russische Christenheit...) Sie halten Beethoven und Goethe für die Vertreter der einzigen Art von Kultur, die sie gelten lassen. Ich versuche zu argumentieren, daß auchich die jüngere Generation nicht so genau verstehen würde, da ich ja selber Mutter von großen Kindern sei. Sie bleiben aber Dogmatiker.

Renate sagte: Ich dachte, das gibts nur in Polen.

Am Morgen des Sonntags esse ich kalte Brotsuppe im der Pulveris Tornis Kafejnica mit einem Eheppaar Mahler, lettisch aus Schweden. Er kannte die Hunde von Riga von Mankell. Das sei auch TV verfilmt. Besichtigung des Schwarzhäupter Hauses geführt von dem Sparitis, der sehr eloquent und integer und selbstbewußt wirkte. Ein echter überlegener Lette, der sich vor den deutschen nicht fürchtet. Es war sehr erfrischend, seinen Ausführungen zuzuhören, die keine Frage offenließen. Ich machte Fotos. Nollendorffs war als Führer durch das Okkupationsmuseum angekündigt dann, was mich aufregte, aber er erschien dann nicht. Pastor em. von Schroeder gab mir in den Aussttellungsräume seine Visitenkarte. Ausstellung besuchte ich noch einmal, besticht durch die objects trouvˇs. Katalog hat einen Druckkostenzuschuß des Landes Mecklenburg Vorpommern oder NRW. Man spürt die Hand des Valters. Sponsoren sind im Eingangsbereich aufgelistet, an prominenter StelleDann stand auf dem Programm der Chor Atskana in der Petrikirche , wie eine Wolke so leicht schwebten die Töne. Neben mir saß EhepaarAderkas .

Ich kämpfte mit den Tränen, ein Zustand, an den ich mich wohl in Zukunft einfach gewöhnen werde und den ich nicht mehr meiden werde. Der junge Pastor Julius mit Probst(?) In Jesus Kirche zum Gottesdienst. Es hatte etwas geregnet doch wir gingen mit Nura als Führerin doch noch hin. "Geh aus mein Herz" sang es neben mir und natürlich sang auch die ganze Gemeinde voller Freude und Inbrunst. Neben mir also die beiden jungen Lettinnen. Die vierte Strophe war nicht ausgedruckt und ich sang sie auswendig und meine Nachbarinnen auch. Ich versuchte schon wieder, die Fassung zu bewahren. Pastor Julius nahm seine Rolle als politsch tätiger Pastor ernst und rief zu Spenden für den Unterstützerverein der deutschen Kirchengemeinde auf "d'agil", den er nun gegründet hätte. Er wirkte in seinem Element. Ein paar Tage später nahm er mich mit zu einem Treffen von Deutschen im Konventhof, was sich als der Stammtisch der deutschen Manager in Lettland herausstellte. Dort hörte ich dann nicht so viel von Pastor Julius, aber um so mehr Döntjes aus der Geschäftswelt. Daß der Vertreter einer süddeutschen Textilfirma es auch schon in Rußland versucht hätte, aber die hätten Logistikprobleme und zwar unlösbare. Der Lkw den sie hingeschickt hätte sei für 20.000 Hosen vorgesehen gewesen Die russischen Kollegen hätten den aber nur mit 2000 beladen und losgeschickt. Das ginge nicht. In Lettland scheint es ihm, seine Firma arbeitet in Jelgava/Mitau, daß die Mafia jeden Monat etwas kassiert, damit könne er aber leben. Ansonsten gab es einige Bankmanager, die ihre lettischen Kollegen einarbeiteten. Der Textilmann bemerkte, daß er schon längst eine lettische Freundin gehabt haben könnte, aber er liebe seine Frau.

Herrn Prof Loeber traf ich noch am Hotel de Rome auf der Straße . Ich mit Fahrrad und ich erzählte ihm von meinen Beweggründen für meine Reise, die er sich interessiert anhörte. Zum Schluß bemerkte er: wie schön, daß wir uns noch ausgesprochen haben. Da kam Frau von Sass vorüber und warf ein: "Ach ja - er war ja so interessiert... "

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