dguessefeld@dieheimatdelias.deRiga
morgens
In Anbetracht der Tatsache, daß ich befürchte, mich an diese Sttadt schnell zu gewöhnen, werde ich ein paar frische Eindrücke noch zu Papier bringen:
1 auch Jugendliche sind hier im Luxusviertel im Stadtbild vorhanden
2 Bettler auch
3 Essen ist exzellent, der Service freundlich und quick
4 auch der "normale " Lette sitzt neben einem
5 Stadt hat orientalischen Hauch, der ihr gut tut
6 Konventhof eine deutsche Mißgeburt. Ordnung und Sauberkeit pur
7 Holzhäuser
8 Jugendstil Tourismus Werbeargument eine Erscheinung der siebziger Jahre als Jugendstil en vogue war Zieht heute nun wirklich nicht mehr. Hinter den Jugendstil und Neobarockfassden verbirgt sich der Berliner Hinterhof
9 Lebensqualität Forts. Die Stadt ist nicht voll. Überall findet man Platz in den Cafes. Operncafes in Grünanlage neben dem Freiheitsdenkmal Blick auf neeun jugendliche Männer auf dem Rasen. Ein Brunnen mit Nixe. Ich bin beeindruckt. Fontäne mit Fähnchen ˆ la Sperlich. Riga punktet.
FotoVerbundstein statt Kopfstein 10 Meine Rechnung ist aufgegangen. Ich kann jetzt jederzeit Loeber oder Saß ansprechen Auch Herrn Treu.
Gespräch mit Toms
interessierte sich für Konzept: career coaching, von dem ich ihm erzählte. Will ihm den Prospekt von Evelyn Reinicke schicken. Sein Bruder ist in Liepaja Pastor und hat gerade geheiratet, eine Frau mit Kind.
Für Kontakte zu Letten hätte er Jahre gebraucht. Mit Ingrida und Albert gab es Konflike in Sabile. Damals hat er schon beschlossen daß er seine Dinge allein machen will. Am Weinabend hätte er sich frühzeitig zurückgezogen. Er geht gern zu Sportveranstaltungen - alleine. Im verregneten Sommer 1998 saß er am Johannistag vor dem Fernseher Er macht viele Seminare für NGOs und kleine Vereine als Facilitator. Inhalt sind zum Beispiel Problemlösungsstrategien. In Pärnu hat er selber an einem Seminar teilgenommen. Danach war er 14 Tage in Dänemark, was seiner Karriere wohl eine neue Richtung gegeben hat, wenn ich ihn richtig verstanden habe. Von Haus Annaberg spricht er positiv, mitten im Wald, hat sein Cousin aufgebaut. In Oldenburg gebe es in diesem Herbst 14 Tage baltische Kulturtage. Dort gab es nach dem Krieg sogar eine kleine Oper. In Oldenburg ist er ja aufgewachsen. Dann Studium der Erwachsenenbildung ohne Abschluß.
Die Russen in Lettland hält er für geschäftlich agiler. Der Lette schrecke vor der kleinsten Kreditaufnahme zurück. Von Liepaja schwärmt er Mairita kennt er nicht mehr, aber Laila. Zu den Litauischen Straßen, die so gut und neu gebaut sind bemerkt er, daß die Litauer eben Prioritäten setzen könnten. Der Lette würde sich verzetteln. Die Letten hätten gegenüber den Russen viel zu wenig Selbstbewußtsein. Kinder heute hätten seiner Meinung nach Kindermädchen oder Großeltern oder städtischen Kindergarten. Laila hätte ja eine Tochter, die sie in den Kindergarten schicke. Aber die hätten über die drei Sommermonate zu, da (und das wollte er mir wohl hauptsächlich damit vermitteln) in Lettland im Sommer "überhaupt nicht" gearbeitet werde.
Edgars spielte die gleiche Leier. Er stöhnt über die Bürokratie, die (Telefonanschluß bei Verlegung des Büros) dann bringt er ein Beipiel wie er den Nationalismus seiner Landsleute auszuhebeln versucht. Die Aborigines in Australien hätten eine 40.000 Jahre alte Gesangskultur mit Liedern, die Letten sollten sich selbst etwas relativieren.
Riga
Im Okkupationsmuseum. Die Donors sind groß aufgelistet im EntrŽe. Kein Deutscher dabei.(Die Landesregierung MeckPom hat Druckkostenzuschuß gegeben für den Katalog) Parascha wird ausführlich erklärt Schlußsatz "Die Letten erreichten trotzdem wieder die Humanität" (dies hat mich sehr berührt, da das der Punkt ist über den ich so viel nachgedacht habe. Über die mit der Lagerhaft einhergehende Entwürdigung und Erniedrigung und wie dies mit Haltung oder mit innerer Haltung zu überstehen ist, bis in den Tod hinein und daß das genau der Punkt ist, der z.B. von den Bolschewisten an den baltischen Adligen gesehen wurde. Sie ließen sich einfach nicht klein kriegen. Auch Na'ava Piatka spricht so: Wir sind da.
Besuch bei Nura Rutka im Mentzendorff-Haus
Nura Rutka ist mit einer sechs Jahre älteren Schwester in Liepaja aufgewachsen. Mutter machte Arbeit mit Waisenkindern. Sie machte das mit, seit sie vierzehn wurde. Ihre beiden Freundinnen und Studienkolleginnen arbeiteten jetzt in der vor zwei Jahren gegründeten Hochschule in Ventspils und zwar für das vierfache Gehalt wie in Riga. Jürgenson bemerkte noch, daß, wenn sie Russen die Pipeline nach Ventspils woanders hin verlegten, sähe es schlecht aus für Lettland
Sendung über Straßenkinder ist da gewesen von Dagmar Skalberg Marr im Sender Phoenix gesendet .
Die deutsche Reporter könnten häufig russisch oder polnisch, so kämen nolens volens tendenziöse Bericht zustande. Die Redakteure in den Sendern sprächen lettisch.Nach Besuch bei der beeindruckenden Nura , die ähnlich wirkt wie Aijna(von Patricia Agentur oder die polnisch-litauische Tereza in Rastenburg) ging ich eher zufällig Richtung Kloster und Schloß, danach dem Turm folgend zur Jacobikirche. Sehr schöner Turm, dessen Bewunderung ich mich direkt hingab. Er wurde 1227 gebaut .Dann erblickte ich links den Saimas, das lettische Parlamentsgebäude, an dem ein Wagen mit US Standarte vorfährt. Ich frage einen Kameramann, wer das wohl sei. Der Botschafter. Dann 20 minütiges Gespräch mit Herrn Jürgenson. Er war zwei Jahre in Bonn als Kameramann, mag besonders den Außenminister von der FDP: Kinkel. Der sei einer von den Politikern die immer allen Jounalisten die Hand schüttelten. Straßenkinderproblem ist ihm auch geläufig. Er wohne in russischer Trabantenstadt. Den Russen ginge es hier viel besser als zum Beispiel den Türken in Deutschland. Jürgenson ist sehr sympatisch. Die russische Problematik werde von den EU-Leuten aufgeplustert. Straßenkinder seien die Kinder von Alkoholiker-Eltern. Sie schnüffelten auch Pattex. Berichterstattung über Lettland interessierte in Deutschland nicht. Nur wenn Demonstrationen mit Fahneschwenken sei, dann flögen sie alle herbei.Er empfiehlt mir das Restaurant Lido am Dom. Ich folge. Lettische Küche Erbsen. Schmalzgebratenes Brot. Schweinerippchen und 0;5 Bier(Alus) dann erscheint ein sympatischer Diplomat in Begleitung, der sich als Guntis Ulmanis herausstellt. Ich bin beeindruckt.Dann besuche ich das historische Museum von Riga in der Burg.Von Vor und Frühgeschichte bis zum Mittelalter im dritten Raum voller Kirchenplastik mit touch vom 13. Jahrhundert, den scheinen sie alle durch die byzantinischen Augen zu haben Ein großer Raum zeigt landwirtschaftliche Geräte und 8W Fotografien landwirtschaftlichen Lebens vielleicht 1910 als Serie aufgenommen. Lettgallens Töpfertechnik mit Teufelchen, von denen Nollendorffs sprach, sehe ich auch
Besuch bei Ilga Bersinger
Schule hat drei Monate Ferien Die Lehrer haben einen Tag pro Woche frei, ansonsten um 15 Uhr Feierabend. Hort und Kita gibts von 8 bis 17 Uhr Das kostet monatlich 15 bis 20 Lat
Robert hat dort lange immer noch einen kleinen Mittagschlaf gehalten. 75 Lat zahlt man für private Kitas.
Das Kind muß in seinem Bezirk zur Schule gehen. In Rigas Mitte gibt es natürlich Ausnahmen 190 Kinder hatten sich auf 90 freie Plätze in einer zentralen Schule angemeldet Schule mit für Ilga zu großer Klassenstärke (32 Kinder) hat noch eine weitere Grundschule ausfindig gemacht / 10 Lat hat der Unterricht gekostet für quasi Vorschulunterricht (Gehalt ist z.B. 100 Lat pro Monat für eine Arbeit in einer Behörde für eine Frau. Als SpitzenVerdienst gilt etwa 1000 Lat Zusatz zur AG oder Mal-AG kostet 15 Lat pro Monat.
Zur Familiensituation bemerkt sie, daß es durchaus böses Blut gegeben habe, wenn man mit den Schwiegereltern zusammen gewohnt hätte. Also mußte immer ein Kompromiß gesucht werden. z.B. dachte ihr eigener Vater, das Kind müßte geschüttelt werden, wenn es schreit, gegen jegliche Pampers war er auch. Aber es gab Erziehungsbücher In einem Buch las sie besonders gern: Wladimir Levi(russ Autor) über Ursachen von Allergien und Verdauungstörungen. z.B über Diät bei Mondphasenwechsel. Er hat auch geschrieben, daß Kinder schon eine Individualität besitzen wenn sie auf die Welt kommen. Sie selber hat einen russischen Vater. Ilga war 1966 mit auf dem Kindergartenfoto. sie ging zur Ausbildung in die DDR nach Freiberg in Sachsen an die Bergbauakademie